Frank Freiberger · Sachbuch
Die Sinclair-Methode – mit einer Tablette weniger trinken oder ganz aufhören.
Worum es geht
Kennst du das ungute Gefühl, wenn du öfter zum Glas greifst, als es dir guttut? Damit bist du nicht allein. Auch ich trank in einer Phase meines Lebens plötzlich zu viel. Ich wollte meinen Umgang mit Alkohol wieder in den Griff bekommen – aber nicht den Rest meines Lebens auf ein Glas Wein verzichten. Vor allem wollte ich wieder selbst bestimmen, ob ich etwas trinke.
Doch wie sollte mir das gelingen? Im deutschsprachigen Raum gilt konsequente Abstinenz nach wie vor als Goldstandard der Behandlung. Allerdings werden viele Betroffene irgendwann rückfällig.
Auf der Suche nach einem anderen Weg stieß ich auf die Sinclair-Methode: eine Tablette, die den Belohnungseffekt von Alkohol im Gehirn Schritt für Schritt abbaut und so die körperliche Abhängigkeit reduziert. Das schafft den Raum, um ungesunde Gewohnheiten durch gesündere zu ersetzen. Die Methode wird in den USA bereits seit 1994 erfolgreich angewendet – wissenschaftlich abgesichert und in vielen Studien bestätigt. Hierzulande liest man zwar ab und zu von der „Tablette gegen Alkohol“, die Therapie ist allerdings noch ziemlich unbekannt.
Ohne die Sinclair-Methode wäre ich vermutlich abhängig geworden. Heute verspüre ich keinen Drang mehr zu trinken. Ich kann wieder einen Wein genießen, ohne dass daraus zwangsläufig mehrere werden.
Das überrascht, denn Menschen mit Alkoholproblemen wird immer gesagt, lebenslange Abstinenz sei ihr einziger Ausweg. Doch viele schreckt der Gedanke ab, nie wieder auch nur einen Schluck trinken zu dürfen.
Es gibt eine Alternative – davon handelt dieses Buch.
Hintergrund
Die Dunkelziffer liegt hoch, denn aus Scham und Angst vor Stigmatisierung trinken viele Betroffene heimlich und tauchen in keiner Statistik auf.
Nur wenige Menschen wissen, dass Alkoholabhängigkeit ein erlerntes Verhalten ist. Noch weniger bekannt ist, dass man sie mit Hilfe von Medikamenten wieder „verlernen“ kann. Dazu ist es nicht nötig, von einem auf den anderen Tag ganz auf Alkohol zu verzichten. Diese Therapie ist inzwischen auch in Deutschland möglich – diskret, zu Hause und ohne schwere Nebenwirkungen. Sie heißt Sinclair-Methode.
Das Prinzip
Die Sinclair-Methode setzt genau hier an: Was erlernt wurde, lässt sich auch wieder verlernen – mit einem Medikament, das den Lerneffekt gezielt umkehrt. Kein Entzug, kein Klinikaufenthalt.
Naltrexon wird eine Stunde vor dem ersten Glas eingenommen – und nur dann, wenn Alkohol getrunken wird. Kein täglicher Zwang, kein abrupter Stopp.
Der Wirkstoff unterbricht den Belohnungsmechanismus von Alkohol im Gehirn. Mit jeder Wiederholung schwächt sich die erlernte Verknüpfung ab.
Die Veränderung kommt nicht über Nacht, sondern über Wochen und Monate. Das Verlangen sinkt, und mit ihm die Selbstverständlichkeit, mit der getrunken wurde.
Dieses Buch beschreibt eine persönliche Erfahrung und den Stand der Forschung. Es ersetzt keine ärztliche Beratung; die Anwendung von Naltrexon gehört in ärztliche Begleitung.
»Bei keiner anderen Krankheit kämen wir auf die Idee, sie erst im Endstadium zu behandeln – wenn es eigentlich schon zu spät ist.«Prof. Dr. Falk Kiefer · Suchtforscher und Suchtmediziner
Jetzt erhältlich
Als Softcover, erschienen im Serenon Verlag. Das E-Book erscheint in Kürze.